Fabian Vogel, 28.06.2019 WP:

WETTER.  Die Herrenteams der Handballer der HSG Wetter/Grundschöttel sind abgestiegen. Männerspielwart Andre Heer spricht über die Konsequenzen.

Das Scheitern in einer Sache kann auch immer der Beginn von etwas Neuem sein. Diese Einstellung herrscht derzeit bei den Handballern der HSG Wetter/Grundschöttel. Die vergangene Spielzeit endete nämlich mit dem Gau für die Herrenteams — denn beide werden in der kommenden Saison eine Liga tiefer an den Start gehen. Vor allem der Abstieg des Flaggschiffs aus der Bezirksliga sorgt für tiefe Einschnitte. Wir haben mit Männerspielwart Andre Heer über die Perspektive im Wetteraner Handball gesprochen.

Haben Sie die abgelaufene Spielzeit schon verdaut?
Andre Heer: Ja, auch wenn es am Anfang sicher schwierig war. Der Abstieg der ersten Mannschaft zog vor allem in den Tagen danach einige Konsequenzen nach sich.

Welche Konsequenzen meinen Sie?
Uns haben mit Arne Schwarze und Simon Hewig zwei junge, talentierte Spieler verlassen, was ich verstehen kann. Beide wollen sich höherklassig beweisen und haben uns mitgeteilt, dass sie sich bei einem Abstieg umorientieren möchten. Auch wenn das schade ist, kann ich diesen Schritt der beiden nachvollziehen. Das hat aber die Planungen für die kommende Saison erschwert, schließlich wollte Nils Krefter mit einer starken Mannschaft wieder um den direkten Wiederaufstieg spielen.

Inzwischen haben Sie sich einvernehmlich von Nils Krefter getrennt. Was waren die Beweggründe dafür? Wie gesagt, Nils wollte nach dem unglücklichen Abstieg direkt wieder angreifen und um den Wiederaufstieg spielen. Durch die Abgänge und den Rückzug einiger erfahrener Spieler konnten wir das aber nicht unbedingt gewährleisten. Es ist schwierig, externe Spieler für die Kreisliga zu begeistern. Nils und ich saßen mehrmals zusammen und haben alles versucht, am Ende sind wir aber zu der Erkenntnis gekommen, dass wir ihm seine Wünsche nicht erfüllen können. Er hat hier in den zwei Jahren, die er da war, tolle Arbeit geleistet und das beste aus der Mannschaft herausgeholt.

Mit Adam Klein ist ein erfahrener Kreisliga-Coach der neue Mann an der Seitenlinie. Wie fiel die Wahl auf ihn?
Adam hat nach fünf Jahren bei der TS Selbecke die Entscheidung getroffen, sein Amt zur Verfügung zu stellen und hat dann dort schon früh seinen Abschied erklärt. Als klar war, dass wir nicht mit Nils weitermachen werden, haben wir den Kontakt schnell hergestellt. Er kennt die Liga in- und auswendig und hat Lust darauf, Teil des Neuaufbaus zu sein. Auch wenn es im ersten Jahr nicht mit einem Aufstieg am Saisonende enden sollte, will er mit seiner Erfahrung und seinen Fähigkeiten hier bei uns etwas vorantreiben.

Mit der TS Selbecke verpasste er den Aufstieg in den vergangenen Jahren ja auch immer denkbar knapp…
Das ist uns bewusst. Adam hat auch gesagt, dass er den zweiten Platz kann, wir uns aber für Platz eins einen anderen suchen sollen (lacht).

Wie soll dieser Neuaufbau bei der HSG aussehen?
Im Vordergrund steht die Einbindung unserer Jugendspieler, die leider den Aufstieg in die überkreislichen Ligen verpasst haben. Da in der A-Jugend-Kreisliga aber nicht so viele Spiele anstehen werden, werden alle Spieler mit Doppelspielrecht ausgestattet und für die zweite Mannschaft spielen. Wir wollen sie an das Niveau heranführen und in den nächsten Jahren sukzessive Spieler daraus an die erste Mannschaft weitergeben. Mit Dirk Göckler wurde ein neuer Trainer gefunden, der zwei Mal die Woche mit dem Team trainiert, was in der 1. Kreisklasse alles andere als selbstverständlich ist.

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