Noch ist Wetter ein weißer Fleck auf der Boule-Landkarte. Noch. Diese Woche entstehen auf dem Harkortberg drei Boule-Bahnen. Auf dem Rasenplatz vor dem Vereinsheim der TGH Wetter schaufeln seit gestern rund zehn Helfer, um die Fläche in Handarbeit herzurichten.

„Wir sind schon seit mehr als fünf Jahren mit der Idee schwanger gegangen“, sagt TGH-Geschäftsführerin Sabine Schnarr. Zeitgleich hatte die Lenkungsgruppe Demografie der Stadt Wetter den Plan für den Bau einer Boule-Bahn. „Da haben sich zwei gesucht und gefunden“, sagt Schnarr. Mehr Freiwillige als Platz im Bus10x14 Meter misst die Fläche, die vor der Terrasse des TGH-Vereinsheims Waldschänke liegt. Rund zehn Tonnen Oberboden hatten die Helfer am ersten Arbeitstag bis 15 Uhr ausgehoben, bis Freitag sollen die Bahnen bespielbar sein. Acht Flüchtlinge aus Bangladesch, Pakistan, Algerien und Nigeria packten bei dem integrativen Projekt freiwillig mit an. „Es wollten noch mehr, aber ich habe im Bus nur Platz für acht“, sagt Gholam Assmahi, Mitarbeiter des Sozialamtes, der die Freiwilligen aus der Gemeinschaftsunterkunft Ochsenkamp betreut. Ganz umsonst schuften die Helfer nicht. „Sie werden auch ein bisschen Geld dafür kriegen“, sagt Assmahi. Aus dem Seniorenbeirat ist Koffi Ametfe Ahiaba mit von der Partie. Die technische Betreuung übernimmt der Stadtbetrieb in Form von Spaten, Schubkarren und Schaufeln und in Person von Andreas Nabert und Egbert Feuerstack. „So wie der Fortschritt ist, werden wir am Dienstag mit dem Auskoffern fertig sein“, sagte Grünflächenplaner Feuerstack gestern. Auf dem steinigen und durchlässigen Boden folgt ein Schotteraufbau von knapp zehn Zentimetern. „Das geschieht mit Dolomitsand, den man auch auf Sport- oder Tennisplätzen in rot findet, für die Boule-Bahn wird er grau-braun sein“, sagt Feuerstack. Gesponsert wird das Material zum Verfüllen von der Firma Vorberg aus Herdecke. Ist die letzte Schicht aufgebracht, steht dem Spiel mit den Kugeln nichts mehr im Weg. Kommunikativ und gesellig. Als Frankreich-Urlauber hat Axel Fiedler aus der Stadtverwaltung auch seine Leidenschaft für das Boule-Spiel entdeckt. „Es ist gesellig und kommunikativ, weil man es mit mehreren Menschen spielt; es kann jeder spielen, weil es nicht allzu anstrengend ist; es ist spannend, weil auch eine gewisse Taktik dazugehört; und es ist für Zuschauer leicht zu verfolgen“, wirbt Fiedler über den französischen Volkssport.

Interessenten im Verein gebe es bereits, sagt der TGH-Vorsitzende Stefan Wedegärtner. „Wenn sich das etabliert, ist schnell eine Abteilung gegründet, dann kann’s auch sportlich richtig losgehen.“ Das gilt auch für die Fertigstellung Ende dieser Woche. Dann werden Helfer und Ideengeber die Kugel gemeinsam werfen.

Thorsten Langenbahn

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