Basketball

Oberliga-Aufstieg - Ein kleiner Club, ein großer Wurf

1.Herren Oberliga

BG Harkortsee, du kleiner Club im am Harkortsee, das hier ist für dich. Für die, die sich im Vorstand den Kopf zerbrechen um die Zukunft des Basketballs an der Schnittstelle zwischen Wetter und Vorhalle. Für die, die ihre Zeit opfern, um Jugend-und Seniorenteams zu trainieren und zu betreuen. Für die Eltern, die bei Spielen Kaffee und Kuchen verkaufen. Und für alle, die sich mit der BGH identifzieren. Vier Jahre nach Gründung der Spielgemeinschaft zwischen der TGH Wetter und dem TSV Vorhalle ist die erste Herren-Mannschaft in die Basketball-Oberliga aufgestiegen. Im Schatten vieler zugkräftigerer und seit Jahrzehnten organisierte Clubs am Harkortsee ist das ein Riesen-Erfolg für den Verein vom Harkortsee.

Der Verein

Wir sind nicht Haspe, nicht Boele-Kabel und nicht 1860 und auch nicht BG Hagen. Das sind Hagener Basketballclubs mit Tradition, vor allem aber mit über Jahre gewachsenen Strukturen. Folglich hat die hervorragende Arbeit die dort geleistet wird, große Strahlkraft. Dass eine junge Spielgemeinschaft wie die BG Harkortsee es vor diesem Hintergrund schafft, Jugend- und Seniorenstrukturen aufzubauen, die nachhaltig und zukunftsorientiert sind, ist ein Ergebnis großen Fleißes unterschiedlicher Menschen im Club. Allen voran der Geschäftsführerin Mirjam Kötter und dem Vorsitzenden Michael Jäger. Jeder Jugendliche, der in einem unserer Teams spielt, ist entweder durch positive Mund-zu-Mund-Propaganda oder über den Besuch etlicher Schul-AGs in Wetter oder Vorhalle bei uns gelandet. Das ist kraftraubende Arbeit, die Geduld
erfordert. Und die Vision, dass alle Bemühungen darin münden können, dass wir ein Club sein können, in dem Kinder aller Altersklassen und Senioren (Damen wie Herren, Jungen wie Mädchen) mit Spaß Basketball spielen. 
Wenn man sich diese von Ehrenamt, Überzeugung und Mühe geprägte Arbeit vor Augen hält und dazu das riesige Becken, in dem in Hagen Basketballspieler unterwegs sind, sieht, ist der Aufstieg einer Männer-Seniorenmannschaft in die Oberliga schon fast eine kleine Sensation. Und er belohnt all jene, die für die BGH Gas geben. Auf und neben dem Feld.

Die Liga und der Aufstieg

Die BGH hatte in der abgelaufenen Landesliga-Saison – wie schon öfter in den Vorsaisons – Rang zwei hinter der SG VfK-Boele Kabel II belegt. Schon vor drei Jahren hätte es in dieser Konstellation zum Aufstieg langen können, doch die erste Mannschaft der Boeler stand auf einem Abstiegsplatz in der Oberliga. Folglich blieb alles wie es war. Und die BG Harkortsee in der Landesliga. Diesmal ist es soweit. Durch den Rückzug der BG Biggesee, die eigentlich aus der 2. Regionalliga in die Oberliga abgestiegen wäre und nun in der Landesliga an den Start geht – ist ein Platz in der Oberliga frei. Harkortsee profitiert.

Das Team

Die Mannschaft, mit der dieser Aufstieg gelingt, ist in gewisser Weise ein Phänomen. Den Über-Spieler sucht man vergebens. Ein Akteur, der an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden 20 Punkte macht? Fehlanzeige. Dafür aber ist jeder Spieler des Teams in der Lage, an einem Spieltag den Unterschied zu machen. Mannschaftliche Geschlossenheit, Wille und vor allem: die Bereitschaft, in der Defensive ans Limit zu gehen. Nur 59 Punkte erzielten die Gegner in der abgelaufenen Landesliga- Saison gegen die BG Harkortsee. Eine Stärke, die auch in der Oberliga ein wichtiger Anker bei der schwierigen „Mission Klassenerhalt“ sein soll.

In den vergangenen zwei Jahren ist der BGH-Kader klug verstärkt worden. Mit dem 20-Jährigen Leon Weiske, der von Boele-Kabel kam. Mit Sebastian Altfeld (zuvor Bochum Astrostars, TSV 1860 und TUS Breckerfeld), der im Spielaufbau die Strippen zieht. Mit Moritz Schäfer, der vom TuS Breckerfeld an den Harkortsee kam und mit seiner Körperlichkeit für wichtige Stabilität beim Rebound sorgt. Und mit Spielern – und das ist keineswegs respektlos, sondern höchst wertschätzend gemeint -, die bei anderen Clubs vermutlich in die Reserve-Mannschaft gesteckt würden, weil ihre bisherigen Leistungsklassen für die Landes- oder Oberliga angeblich nicht ausreichen. Spieler wie Marius Orlowski und Peter Detzner, die aus der Kreisliga zur BG Harkortsee kamen und durch ihren Willen, ihren Einsatz und ihre Verbundenheit mit dem Team zu einem sehr wichtigen Faktor geworden sind. Als es im letzten und entscheidenden Saisonspiel gegen Boele-Kabel darum ging, dass Spiel zu gewinnen und den zweiten Tabellenplatz zu sichern, war es beispielsweise Marius Orlowski, der das Herz in die Hand nahm. Die letzten acht Punkte in der Crunchtime machte alle er. Einer, der aus der Kreisliga kam und jetzt in der Oberliga spielt. Wir sind stolz auf so eine Geschichte.

Die Zukunft

Ganz ehrlich: Da ist eine Menge Respekt im Vorgriff auf die nächste Saison. Dass Spiele im Vorbeigehen gewonnen werden können, wird nicht passieren. Die BGH wird sich Gegnern gegenübersehen, die talentierter, körperlich stärker und vielleicht auch erfahrener sind. Es wird auch mal ordentlich etwas auf die Mütze geben. Doch es wird auch eine Chance geben, die Klasse zu halten. Und nur das ist das Ziel in der kommenden Saison. Zum einen, um sich selbst zu beweisen, dass man so ein schwieriges Projekt mit starkem Team-Zusammenhalt packen kann. Zum anderen für die, die in drei, vier Spielzeiten die neuen Gesichter der BGH-Herren sein können. Die Spieler, die beispielsweise aktuell noch in der U16-Oberliga des Clubs spielen und in den nächsten Jahren in den Herrenbereich vorstoßen werden. Die Oberliga soll auch für sie eine Perspektive sein und werden. Sie sind einer der ersten Jährgänge, die aus den unteren Altersklassen bis hier her durchgespielt- und trainiert haben. Ihnen gehört die Zukunft.

Von: mifi

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14.06.2017
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